Sonntag, 18. Mai 2014

42. GutsMuths - Rennsteiglauf (Halbmarathon Oberhof - Schmiedefeld) am 17.05.2014


Schon vor ziemlich genau einem Jahr, nämlich Ende Mai 2013, plante ich den Start beim Rennsteiglauf. Ich hatte mich für den Halbmarathon von Oberhof nach Schmiedefeld angemeldet und glücklicherweise auch gleich eine Unterkunft nur 5 km vom Startplatz in Richtung Schmalkalden gefunden. Es war eine Ferienwohnung im Cafe Kanzlersgrund, einfach herrlich in einem Tal gelegen. Es hat sich dann auch noch ergeben, dass es ein kleines Jubiläum, nämlich mein 150. Wettkampf, wurde. Dies konnte so natürlich nicht geplant werden, war aber ein schöner Nebeneffekt. Dann leider die vielen kleinen und auch etwas größeren Verletzungen und Probleme in den letzten Wochen. An Training war so gut wie nicht zu denken und letzten Sonntag habe ich den Schluchseelauf unmittelbar nach dem Start abgebrochen. Diese Woche aber eine sehr gute Entwicklung und zwar ein etwas mulmiges Gefühl, vor allem angesichts eines Halbmarathons mit doch über 400 Meter Anstiege und Crosslaufcharakter. Zunächst ging es jedoch bei der Anfahrt am Freitag extrem schleppend voran und immer wieder stockender Verkehr, so dass aus den geplanten 3 1/2 Stunden knapp 5 wurden. Gleich den Schlüssel für die Ferienwohnung geholt und dann rein nach Oberhof, dabei vorbei an den ganzen Wintersportstätten, die ich bislang nur aus dem Fernsehen kannte. Die Startnummern gab es in der Dreifelderhalle und danach gingen wir gleich zum Festzelt. Dort genehmigte ich mir die im Startgeld enthaltenen Thüringer Klöße mit Schweinegullasch. Mir haben sie auf jeden Fall gut geschmeckt. Das Zelt war total voll und es herrschte eine richtige Feststimmung. Das ist ja nicht nur ein legendärer Lauf, sondern ein regelrechtes Volksfest. Das machte Lust auf den nächsten Tag und der rechte Fuß fühlte sich auch ganz gut an.

Unsere Unterkunft: Café Kanzlersgrund in Oberhof.

Es lag ganz abseits in einem Tal.

Startnummernausgabe in der Dreifelderhalle.

Dort gab es auch eine kleine Laufmesse.

Auf dem Weg zum Festzelt in Oberhof.

Schon vor dem Zelt war einiges los.

Drinnen dann großes Gedränge und gute Stimmung.

Die Thüringer Klöße schmeckten auf jeden Fall.

Getestet und als gut befunden: Die Thüringer Rostbratwurst.

Blick auf das schön gelegene Oberhof.

Sonnuntergang in Oberhof am Vorabend des Rennsteiglaufes.

Überall wurde auf den Lauf hingewiesen.


Am nächsten Morgen musste ich schon um 4:30 Uhr aufstehen. Allerdings hatte ich sowieso kaum geschlafen. Die Straße von der Unterkunft nach Oberhof wurde um 5:00 Uhr für den Verkehr gesperrt, da sie direkt zum Startplatz in der Tambacher Straße führt. Ich wollte einen größeren Umweg vermeiden, da wir gestern schon lange auf Reserve fuhren und die einzige Tankstelle bereits schon um 20:00 Uhr schloß. Kurz vor 5:00 Uhr war ich als einer der ersten am Parkplatz beim Festzelt. Ich musste noch knapp 45 Minuten warten, dann konnte ich mir ein kleines Frühstück genehmigen. Ein Käsebrötchen, eine Banane und zwei Kaffee mussten genügen. Ich wollte den Lauf eh nur als Genusslauf bestreiten und dabei unterwegs Fotos machen. Es war ein großes Starterfeld von 7500 Teilnehmern. Auf diese Zahl ist es limitiert und bereits am 22.04.2014 war Anmeldeschluss, ohne Nachmeldemöglichkeit. Im Nachhinein muss ich sagen, dass diese Anzahl auch wirklich die absolute Obergrenze ist, vielleicht sogar schon etwas zu viel. Es war morgens noch sehr frisch und ich fror doch ganz schön. Die Beutel für die Wechselkleidung mussten spätestens um 07:00 Uhr abgegeben werden und der erste Start war erst um 07:30 Uhr. Es gab 9 Startblocks (Elite und Block 1 - 8). Da ich noch nie teilgenommen hatte, musste ich in einen hinteren Startblock. Ich bekam den Block 5 zugewiesen. Nach welchen Kriterien weiß ich nicht, vielleicht durch die frühe Anmeldung. Ich hatte Startnummer 10602 und es hat bei 10000 begonnen. Die Wetteraussichten waren für einen solchen Lauf perfekt. Es hatte zwischen 7° und 10 °, dabei kein Niederschlag und auch so gut wie keinen Wind. Zudem war die Strecke auch trocken. Die Gitter für die Startblocks zogen sich unendlich dahin. Genau so die Schlangen von Teilnehmern. Da mein Start erst um 07:42 Uhr angesetzt war, hatte ich genug Zeit, den Start des Eliteblocks anzuschauen und mich dann in meinem Block ganz hinten einzureihen.

Auf dem Weg zum Start.

Die Blockeinteilung erfolgte mit entsprechenden Farben der Startnummern.

Die Teilnehmer auf der Suche nach dem richtigen Gepäck-Lkw.

Noch schnell alles kontrolliert und dann weg mit dem Gepäck.

Hier wird es in den Lkw der Deutschen Post verstaut.

Immer mehr Teilnehmer versammelten sich.

Bei dieser großen Teilnehmerzahl benötigte man auch eine entsprechend umfangreiche Logistik, wie hier beim Gepäcktransport.

Noch ist der Startbereich leer. Dies sollte sich aber schnell ändern.

Hier war der Zugang zu meinem Startblock.

Eine wahrlich große Anzahl an Läufern und Läuferinnen.

Drei bekannte Biathletinnen sorgten für das Aufwärmprogramm: Sabrina Buchholz, Manuela und Andrea Henkel.

Der Start erfolgte auf Höhe der bekannten Bob- und Rodelbahn.

Starttor zum Halbmarathon in Oberhof.

Vor meinem Start zum Rennsteiglauf.

Man fühlte sich wirklich herzlichst willkommen.

Auch ein Hubschrauber war für Aufnahmen eingesetzt.

Startfeld der ersten Gruppe (Elite und Block 1).

Diese Herren waren für den Startschuss zuständig.

Start zum Halbmarathon von Oberhof nach Schmiedefeld.


Nachdem der Startschuss erfolgt ist, dauerte es noch eine ganze Weile, bis die Startlinie überquert werden konnte. In ganz lockerem Tempo ging es zunächst auf der Straße voran, bevor man nach links auf einen Waldweg abbog und den Rennsteig erreichte. Den ersten Kilometer in 6:45 min und den zweiten in 6.24 min, also 13.09 min nach zwei Kilometern. Da müsste ich normal schon locker einen Kilometer weiter sein. Dies war aber nicht das Ziel und es ging auf den engen Wegen, bei den vielen Läufern, einfach nicht viel schneller. Zudem war die wichtigste Erkenntnis, dass ich beim Laufen nur ganz geringe Schmerzen am rechten Fuß spürte, aber nie so, dass es unangenehm gewesen wäre. Also ganz locker weiterlaufen. Man kam nochmal an Oberhof vorbei und über einen Wiesenabschnitt. Auf dem nächsten Anstieg auf Asphalt lief ich lieber rechts im Gras, da es erstens angenehmer war und zweitens schneller voran ging. Die Stimmung unter den Zuschauern war prächtig und man wurde immer wieder angefeuert. Nach 5 km eine Zeit von 30.30 min. Das war langsamer als im Training, aber ich genoss den Lauf.

Die Läufer des nächsten Blocks warten.

Mein Start in Oberhof.

Zunächst ging es auf der Tambacher Straße ortsauswärts.

Nach einem Kilometer ging es dann in den Wald.

Klaus Engemann (ESV Lok Döbeln) war bereits das 36. Mal dabei. Ich traf ihn beim Frühstück.

Auch solche Fans gab es.

Empfang am Rande von Oberhof.

Vor km 5 gab es wieder einen Anstieg und es gab kaum ein Durchkommen.


Bei der ersten Getränkestation erwischte ich eine Cola. Was solls, das gönne ich mir heute und Durst hatte ich bei dem Tempo und den perfekten Bedingungen sowieso nicht. Immer wieder gab es Anstiege, mal kürzer, mal länger. An diesem Tag konnte ich aber besser bergauf als bergab laufen. Den Kilometer 9 legte ich am schnellsten zurück, in 4.55 min. Dies, obwohl es fast nur bergauf ging und zwar zum höchsten Punkt des Laufes. Ein klassischer Berglauf wäre an diesem Tag glaub auch das richtige gewesen, wie sich noch herausstellen sollte. Bergab merkte ich auch den rechten Fuß stärker und ich lief recht gemächlich. Den Kilometer 10 passierte ich nach 59.03 min. Damit 28.33 min für die letzten 5 Kilometer und ich nahm mir vor, wenigstens unter 2 Stunden zu laufen. Bei dem Tempo sollten Reserven vorhanden sein. Nach dem 10. Kilometer ein Bergabstück und da passierte es. Ich kann nicht sagen weshalb, aber plötzlich rutschte ich, fiel auf das linke Knie, die linke Schulter und schlug zudem noch meinen Kopf an einen Stein. Ich war erstmal etwas schockiert und blieb nur sitzen. Dann rappelte ich mich auf und stand an die Seite. Das Knie offen, die Hose zerrissen und eine leichte Beule, aber es blutete am Kopf wenigstens nicht. Danach lief ich einfach weiter und durch das viele Adrenalin merkte ich noch weniger Schmerzen als zuvor. Dennoch keine empfehlenswerte Therapie. Beim Überqueren einer Straße fragte ich einen Streckenposten nach dem nächsten Sanitätsstand und bekam die Antwort, dass es noch 500 m sind. Weiter den Berg runter und dann sah ich schon das Zelt. Ich ließ kurz die Wunde desinfizieren und verbinden und dann ging es weiter. Es kam eine Kontrollmatte und gleich der Versorgungsstand an der Schmücke. Nun war es sowieso nur noch das Ziel anzukommen und so fotografierte ich erst mal, trank einen Tee und aß Bananen. Danach ging es weiter. Auf der zweiten Hälfte lief man tendenziell mehr bergab. Das Ziel in Schmiedefeld lag 108 Höhenmeter niedriger als der Start (712 Hm gegenüber 820 Hm in Oberhof).

Die Läuferschar zog sich durch den Thüringer Wald.

Nach 6,7 km der erste Versorgungspunkt: Sommerswiese.

Viele Helfer sorgten trotz der großen Teilnehmerzahl für eine reibungslose Versorgung.

Die Spuren sind nicht zu übersehen: Da gab es auch nach dem Lauf genug Arbeit.

Dicht gedrängt auf schön zu laufenden Wegen.

Der höchste Punkt des Laufes war bei km 9,2 erreicht.

Immer wieder ging es auch bergab.

Einer der wenigen Abschnitte auf Asphalt.

Es waren auch immer wieder kurze Wiesenabschnitte dabei.

Endlich ein Sanitätszelt in Sicht.

Meine Verletzung wird versorgt, während ihr Kollege freundlicherweise fotografierte.

Währenddessen liefen draußen die Läufer vorbei.

An der Schmücke bei km 12,1 der nächste Versorgungspunkt.

Da wurde kräftig für Nachschub gesorgt.


Auf jeden Fall konnte ich den Lauf dennoch irgendwie genießen, da es durch herrliche Wälder ging und immer wieder Ausblicke auf die tolle Landschaft möglich waren. Den letzten Versorgungspunkt ignorierte ich. Ich hatte danach das Gefühl, ich hätte heute in diesem Tempo noch lange laufen können. Dennoch sehnte ich das Ziel in Schmiedefeld herbei. Irgendwann kam ein Plakat mit dem Hinweis, dass es noch 1086 m bis nach Schmiedefeld sind. Es soll ja das schönste Ziel der Welt sein. Nach einem kurzen Stück durch eine Kleingartenanlage immer mehr Zuschauer und man wurde mit großem Jubel erwartet. Auf jeden Fall eines der schönsten Ziele, vor allem nach einem so ereignisreichen Lauf. Ich brauchte 2:05.18 Stunden und war damit nach meinem Sturz (1:03 h) auf der zweiten Hälfte noch schneller unterwegs. Immerhin trotz diesem lockeren Lauf Platz 2763 (von 4483), in der Gesamtwertung Platz 3336 (von 6524 die gefinisht hatten) und in der AK M45 Platz 458 von 707 Teilnehmern). Meinen Schnitt hatte ich nach km 12 von 6.01 min auf 5.51 min gesteigert. So kann man auch aus einem unglücklichen Rennverlauf noch etwas positives gewinnen.

Frisch gestärkt und verarztet ging es weiter.

Durch die günstige Witterung waren auch solche Abschnitte gut zu laufen.

Da ging es recht scharf um die Kurve.

Laufen durch Wald ist einfach schön.

Immer wieder Ausblicke auf die schöne Landschaft.

Eine wirklich empfehlenswerte Strecke.

Alexander Brüdgam aus Potsdam fotografierte freundlicherweise auch mich.

Hier das Resultat: Trotz Verletzung noch gut drauf.

Es ging wieder bergauf: Für mich hätte es öfters so sein können.

Ein erster Blick auf Schmiedefeld.

Nun war es nicht mehr weit.

Die Anzahl der Zuschauer nahm zu.

Diese Markierung galt natürlich für den Supermarathon.

Nicht mehr weit bis zum Ziel.

Zunächst noch durch eine Kleingartenanlage.

Der Versuch eines Selbstportraits, noch ausbaufähig.

Wegweiser zum Ziel für die einzelnen Wettbewerbe.



Auch die Zuschauer waren mit Begeisterung dabei.

Schmiedefeld: Sicher eines der schönsten Ziele der Welt.

Die Zuschauer standen Spalier und feuerten an.

Mein Zieleinlauf in Schmiedefeld.


Auch andere hatten es geschafft.

Diese jungen Damen verteilten die Medaillen.

Meine Finisher-Medaille und wieder der gleiche Fotograf wie kurz zuvor.


Endlich etwas Zielverpflegung und dann traf ich auch noch eine Leidensgenossin, die auch noch im gleichen Abschnitt stürzte. So kanns gehen. Schnell noch mal die Wunde versorgen lassen (ein Dank an all die netten Helfer) und mein Gepäck geholt. Ein Laufshirt musste es diesmal auf jeden Fall sein und noch das Finisher-Bier. Danach zum Bus nach Oberhof (dorthin war der Transfer umsonst).Endlich beim Auto, schnell zum Tanken und zurück. Nun wäre ein ruhiger Nachmittag das richtige gewesen. Ich hatte meinen Kindern, die geduldig gewartet hatten, aber den Besuch der Wartburg in Eisenach versprochen.

An den Versorgungsständen war der Andrang groß.
Die Helfer hatten alle Hände voll zu tun.

Meine Leidensgenossin: Gesine Lorenz (SG Frankfurt-Nied).

Hier hieß es noch einmal die Wunde versorgen zu lassen.

Hinweisschild zur Gepäckwiese.

Hier herrschte auch großer Andrang.

Zum Glück war es trocken.

Hier hieß es erst mal sein Gepäck zu finden, es war aber nach Nummernbereichen vorsortiert.

Auch hier füllte es sich immer mehr.

Großes Gedränge auch im Zielbereich.

Herzlichen Glückwunsch an alle Finisher.

Dieser Herr war auch schon 36 mal dabei.

Ein T-Shirt musste ich mir unbedingt noch kaufen.

Hier gab es das Köstritzer Schwarzbier gratis und es war echt lecker und nicht alkoholfrei.

Im Ziel dann auch prompt Sonnenschein.

Das Lächeln funktioniert doch noch.


Nach einer kurzen Pause eine gute Stunde Fahrt nach Eisenach und ich musste mich den Weg vom Parkplatz zur Wartburg hochschleppen. Es wurde immer schlimmer und an einen Start beim Lauterlauf am Sonntag war kaum zu denken, schon gar nicht an den geplanten Doppelstart. Der Besuch der Wartburg hatte sich dennoch gelohnt. Es war wohl nicht die letzte Teilnahme am Rennsteiglauf und ich hoffe, dass Jusra mein Angebot annimmt, dass wir zum 50. Rennsteiglauf gemeinsam starten, sie wäre dann ja 18.

Blick von der Wartburg auf Eisenach.


Die Burg ist noch immer bewohnt.

Den Kindern gefiel es in den alten Gemäuern.


Die berühmte Lutherstube.

Ein schöner Abschluss unserer Reise.




Ergebnisse: http://rennsteiglauf.r.mikatiming.de/2014/

Veranstalter: http://www.rennsteiglauf.de/

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