Dieser Monat stand bisher im Zeichen von Wettkämpfen. Nachdem ich am Sonntag den fünften absolviert hatte, gab es endlich wieder Gelegenheit für ein längeres Trailtraining. Nach 20 Tagen sollte es an meinem letzten freien Tag auf dem HW5 weitergehen. Ich hatte geplant, die fünfte Etappe zu laufen und dann noch den Beginn der 6. Etappe bis Tübingen-Lustnau, wegen der praktischen Abreise und später bei der Fortsetzung eine entsprechende Anreise. Es hieß mal wieder früh aufstehen und mit Hera noch raus. Dann von Biberach nach Stuttgart den RE5, der die 5 Minuten spätere Abfahrt wieder fast rein holte und ich bekam so noch einen früheren als den vorgeschlagenen Zug. Mit dem IC nach Tuttlingen ging die Misere aber los. Nach rund 200 m war wegen dem Absturz des Rechners nichts mehr möglich, außer nach rund 40 Minuten zurück zu setzen. Da fuhr wenige Minuten später nebenan der nächste IC in diese Richtung und diesmal sogar mit Halt in Herrenberg und nicht Böblingen. Leider auch zwei Minuten Verspätung und so den Bus knapp verpasst. Anstatt eine Stunde zu warten und den Plan folglich auch total über den Haufen zu werfen und nur bis Bebenhausen zu laufen, nahm ich für die kurze Strecke nach Herrenberg-Mönchberg kurzerhand ein Taxi. Aus diesem stieg ich nach netter Unterhaltung etwas oberhalb der Haltestelle Weingartenstraße aus.
Montag, 20. Juli 2026
Hauptwanderweg 5 (HW5) - Schwarzwald-Schwäbische Alb-Allgäu-Weg - Teil 3 - Herrenberg-Mönchberg - TÜ-Lustnau am 20.07.2026
Im weiteren Verlauf ging es nur leicht wellig über Pfade und dann vor allem guten Forstwegen weiter. Beim Start hatte es angenehme 16° C, bei nur leichter Bewölkung. Es wurde am Ende zwar mit 24° deutlich wärmer, aber im Wald richtig angenehm. Hier zu Beginn sogar relativ frisch. Dann ging es rechts weg auf einen Pfad und etwas ansteigend. Das Ziel war die ehemalige Burg Müneck. Von dieser ist praktisch nichts mehr vorhanden, aber der Platz mit den Pfaden ist sehr schön. Die Aussicht ist zumindest zu dieser Jahreszeit mit der derzeitigen Vegetation praktisch nicht vorhanden.
Es ging nun erneut im Wechsel auf Pfaden und Forstwegen weiter. Dabei nun aber tendenziell runter. Nach rund 2 1/2 km wurde der Pfaffenberg erreicht. Ein schmaler Wirtschaftsweg führte direkt an der Hangkante entlang und immer wieder eröffneten sich fantastische Aussichten. Dieser rund 600 m lange Abschnitt war einfach nur zum Genießen.
Der Pfad führte weiter runter zum Sportplatz Entringen. Es ging von dort über einen Parkplatz in den Friedwald Hohenentringen. Dort verlief die Strecke zunächst auf breiten Forstwegen und ich konnte mal wieder etwas mehr Tempo machen. Insgesamt lief es ganz gut, allerdings merkte ich auch noch den Wettkampf vom Sonntag. Dann zeigte die Markierung scharf nach links weg. Es folgte auf Pfaden ein recht steiler Anstieg zum Schloss Hohenentringen. Dort gibt es ein Restaurant mit Biergarten. Von diesem eröffnet sich ein schöne Aussicht. Allerdings sind Montag und Dienstag Ruhetage. Danach ging es mal am Waldrand an Feldern entlang weiter. Im Wald führte ein Weg links weg zum Zugangstor der Schönbuchkernzone. Dort gibt es einen großen Rotwildbestand, weswegen auch das Tor unbedingt wieder geschlossen werden muss.
Ein Forstweg führte nach unten und es war dort richtig schön zu laufen. Es ging über ein Brückchen und dann rechts weg und nun au einem asphaltierten Sträßchen weiter. Da es oft schattig war, passte dies und ich konnte auf rund drei Kilometern mal etwas Tempo machen. Am Becklesgarten gab es einen schönen Grillplatz auf einer Waldlichtung. Dort machte ich eine etwas längere Trinkpause. Es ging wieder zum nächsten Tor raus und durchs Bebenhäuser Tal. Ich sah zwar keine Hirsche, aber wenigstens ein paar Rinder. Am Grillplatz Geschlossener Brunnen ging es scharf rechts weg und auf einem schönen Pfad weiter. An einem kleinen Brunnen erfrischte ich mich. Nach einer kurzen Strecke ging es links weg einen Forstweg hoch. Da lief es nach der Erfrischung wieder deutlich besser. Ich kam oberhalb von Bebenhausen raus, welches zu Tübingen gehört. Der Blick auf das ehemalige Kloster war fantastisch und man könnte meinen, die Zeit sei jahrhundertelang stehen geblieben.
Es ging noch gut 500 m in einem Bogen zum Kloster. Am Torturm, der den Eingang zum Areal bildet, endete die erste Etappe nach etwas mehr als 18 km. Ich war gut in der Zeit und die restliche Strecke überschaubar. Dies sollte aber noch etwas täuschen. Auf jeden Fall reichte es für einen kurzen Rundgang durch das beeindruckende Gelände. Hier wurden auch schon Filme gedreht und nach dem Zweiten Weltkrieg tagte hier die Regierung von Württemberg-Hohenzollern.
Die sechste Etappe würde bis nach Immenhaisen führen, welches zu Kusterdingen gehört. Das wären knapp 16 km. Ich wollte nur die ersten 6,6 km bis zum Bahnhof Lustnau absolvieren. Das ist für mich das perfekte Ziel für den weiteren Verlauf. Es ging ein Stück durch den kleinen Ort und dann vereinigte sich der HW5 mit dem HW3. Dieser führt aber in die Gegenrichtung. Da werde ich also irgendwann mal das Ganze aus der anderen Perspektive kennenlernen. Es ging über die Straße und dann einen Pfad recht steil hoch zum Olgahain. Da ging der Schnitt ganz schön runter.
Dafür wurde ich oben angekommen absolut entlohnt. Der kleine Hain wurde 1871 im Auftrag des württembergischen Königs Karl I. zu Ehren seiner Frau, der russischen Fürstin Olga Romanowa, angelegt. Der Ort ist richtig mystisch und man könnte meinen, es ist eine verwunschener Wald. Die Pfade waren herrlich und ab und zu ging es über Stufen runter. Nach dem Hain mündete der Pfad in einen Forstweg. Hier trennten sich die beiden Wanderweg wieder.
Der HW5 führte nach recht. Ich sah war noch eine Markierung, aber diese ohne Pfeil nach links oder ähnlichem. Deshalb lief ich geradeaus weiter. Da keine Abzweigung kam, machte ich mir über fehlende Markierung keine Gedanken. Dann machte mich stutzig, dass es zu lange leicht bergauf ging und zudem müsste es endlich links runter gegen. Also lief ich zurück und stellte nach 500 m fest, dass an der Markierung ein doch etwas unscheinbarer Pfad abzweigt. Das war gegen Ende ein Umweg von einem Kilometer, aber ich hatte zum Glück einen guten Zeitpuffer. Der Pfad führte recht steil runter. An einer Stelle war es ehr steil und bei nasser Witterung sicher kein Vergnügen. Es ging zur Freizeitwiese Kirnbach. Am Ausgang des Pfades aber noch Baumhindernisse und unter einem großen konnte man gerade noch so durchkriechen. Diese Stelle war, auch wegen der Dornen, kein Vergnügen. Wie so oft kam gegen nde wieder mal das Beste: Verlaufen und ein Hindernis.
Nach dem Grillplatz dann links auf einen Forstweg und schnell wieder nach rechts auf einem Brücken über den Goldersbach. Ein breiter Pfad führte auf ein Asphaltsträßchen und auf diesem ging es durch das Goldersbachtal nach Lustnau. Da konnte ich nochmals zulegen. Der Weg war in Lustnau vorbildlich markiert und es ging noch an drei Brunnen vorbei. Da hätte ich mich noch erfrischen können. Es ging an die Ammer und dort links weg. Hier traf ich für die letzten 900 m auf den Neckarweg. Das war der einzige Abschnitt des Tages den ich schon kannte. Der Fußweg führte noch am Neckar entlang und nach rechts weg ging es über den Fluss. Aus Lustnau raus ging es zu dem kleinen Haltepunkt. Ich hatte ihn nach 26,45 km mit 422 Hm erreicht. Die Etappe von Mönchberg nach Bebenhausen und der Olgahain waren bisher absolut der schönste Abschnitt dieses Weges und eine absolute Empfehlung.
Die RB63 nach Tübingen kam pünktlich und war dann sogar eine Minute früher dort. Ich kam auf Gleis 1 an und hatte 16 Minuten Zeit. Das war perfekt und noch Getränke zu kaufen. Dann begann die nächste Misere des Tages. Erst mal 15Minuten auf die Abfahrt des MEX12 / MEX18 warten. Danach in Reutlingen die nächsten 15 Minuten. Da war klar, dass ich in Plochingen die Direktverbindung nach Biberach nicht mehr schaffe. Also Plan B und in Wendlingen raus und mit dem RE200 nach Ulm und von dort mit der RS21 nach Biberach. Diese kam zumindest pünktlich an, auch wenn ich schon längst daheim gewesen wäre. Die Fahrten machten heute echt keinen Spaß.
Die Strecke:
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