Nachdem ich den Frühdienst gestern spontan freigenommen hatte, absolvierte ich den nächsten Teil des Neckarwegs. Dabei kam aus Zeitgründen wegen dem anstehenden Nachtdienst nur eine Etappe in Frage. Die zehnte Etappe führt dabei von Rottenburg am Neckar nach Tübingen. Ich war gespannt, was dieser bisher so tolle Fernwanderweg diesmal bietet. Es ging von Biberach mit der Bahn nach Plochingen und nach dem letzten Halt in Göppingen plötzlich die gesamte Zeit für den Umstieg als Verspätung und von Gleis 1 auf 9. Der MEX12 war zum Glück eine Minute später dran und so reichte es gerade noch. In Tübingen dann sogar mal pünktlich, aber der RE6 mit einer riesigen Verspätung und am Ende ausgefallen. Also leider erst knapp 30 Minuten später mit der Regionalbahn das letzte, kurze Stück nach Rottenburg. Auf der Fahrt sah ich dabei schon mal den Höhenzug oberhalb von Hirschau und daran anschließend die majestätisch auf einem Hügel thronende Wurmlinger Kapelle Das erhöhte die Vorfreude. Das Wetter war zum Laufen mit 6° C richtig gut und dabei kaum Wind (im Gegensatz zur Vortag) und es sollte bis auf eine Winzigkeit trocken bleiben. Natürlich wäre sonniges Wetter für die Aussicht och besser gewesen, aber ich konnte mich nicht beklagen.

Es ging vom Bahnhof weg nach links und kurz darauf rechts weg zum Ehinger Platz mit ersten sehenswerten Fachwerkhäusern. Auf der linken Seite das Kapuzinertor, dann noch das und anschließend ging es über die Neckarbrücke. Nach rechts folgte der Weg durch die Fußgängerzone in der sehenswerten Altstadt. Dabei ein Abtsecher zum Kalkweiler Tor. Am Dom St. Martin vorbei ging es zum Eugen-Bolz-Platz mit dem Bischöflichen Ordinariat. Die Orientierung fiel hier bereits leicht, was in einer Stadt nicht immer der Fall ist. Im weiteren Verlauf war der Weg vorbildlich ausgeschildert und markiert. Dabei folgt der Neckarweg auf dieser Etappe bis vor das Schloss Hohentübingen dem HW3. Im Gegensatz zum sogar sehr aktuellen Wanderführer gibt es inzwischen auch durchgehend die Markierungen des Neckarwegs. Die sind auch offensichtlich ganz neu und da tat sich ja allgemein in den letzten beiden Jahren einiges. Nach dem Eugen-Bolz-Platz ging es recht schnell leicht ansteigend aus der Stadt hinaus. Der Auftakt ließ sich m wahrsten Sinne des Wortes schon mal sehen.










Der Weg führte nun leicht wellig zum Rottenburger Teilort Wurmlingen. Es war ein schmales Asphaltsträßchen und bei heißer Witterung ohne Schatten sicher nicht so angenehm. An dem Tag nutzte ich es, um etwas Tempo zu machen und stellte fest, dass es an dem Tag richtig gut passte. Ich begegnete auf den rund 3 km auch nur einer Mutter mit ihren beiden Kindern und einem Radfahrer. Das war dann doch angenehm und vor allem der Blick auf die Wurmlinger Kapelle. In Wurmlingen ging es dann rechts weg in die Ortsmitte und ansteigend an der Kirche vorbei und durch das Wohngebiet wieder runter. Nach gut 5 km hatte ich den Anstieg von 1,2 km zur Kapelle vor mir.




Ich war überrascht, wie gut es auf dem teils doch steilen Anstieg passte. Dabei war der Untergrund Asphalt, was es etwas einfacher machte. Man hat bereits beim Aufstieg am Kreuzweg schöne Ausblicke auf die Umgebung und man läuft direkt an den Weinbergen entlang. Nach links weg geht es unterhalb der Kapelle St. Remigius in einem Bogen nach rechts weiter. Die letzten Meter nach rechts hoch gehören nicht mehr zum Neckarweg, aber stellen einen unbedeutenden Umweg dar, der sich absolut lohnt. Selbst bei der Wetterlage war es ein faszinierender Ausblick nach allen Seiten.











Es ging von der Kapelle einen Pfad mit mehreren Stufen runter. Dieser war dann doch gut zu laufen und es folget nur noch ein kurzes Stück auf Asphalt und danach sollte der Weg bis nach Tübingen fast nur unbefestigt zu sein. Noch einmal warf ich einen Blick zurück auf die Kapelle und freute mich schon darauf, irgendwann auf dem HW3 in der Gegenrichtung wieder dorthin zu laufen. Es ging links weg und auf einen Feldweg. Dieser führte am Hirschauer Berg wellig auf dem Hangweg weiter und immer wieder bietet sich eine schöne Aussicht ins Neckartal. Es stieg nochmals es kräftiger nach links an und danach führte ein asphaltierter Weg runter zum Rastplatz Holzäcker. An der Strecke waren nun immer wieder Tafeln mit Gedichten von Ludwig-Uhland zu finden und man folgte nun auch dem Ludwig-Uhland-Weg.














Nachdem es unten scharf nach links ging, änderte sich der Charakter des Weges wieder deutlich. Es ging auf einem Feldweg leicht ansteigend in den Wald. Dort führte die Strecke im weiteren Verlauf längere Zeit über breite Waldwege. Dabei am Ende flach. Mit dem Wetter schien ich Glück zu haben. Nur kurz nach der Kapelle hatte es genieselt und nun sollte es bis Tübingen passen. Es war auch nicht mehr weit. Im Wald ging es noch kurz runter und dann war schon der Rand von Tübingen erreicht. Nach links führte ein Weg zu einem Pfad, der nach links weg hoch zum Bismarckturm führte. Der Turm war dann leider geschlossen, was ich sehr schade fand. Nach dem Turm folgte recht schnell auf der rechten Seite ein schöner Aussichtsplatz.







Nach dem kurzen Fotostopp folgte ich der Markierung gemäß einem Pfad. Da wäre ich leichter der Straße links unterhalb gefolgt. An sich ist es ja auf so Pfaden herrlich, aber keine 2 km vor dem Ziel nun das schwierigste Stück, da es dort abwärts ging und teils sehr rutschig war. Ansonsten ein schöner Weg mit vielen Wurzeln. Danach dann wieder auf der Straße und bis zur Rückseite des Schlosses Hohentübingen. Dieses dient heute als Universität. Ich hätte noch einen Abstecher unternommen, aber ein Blick auf die Uhr ließ diesen nicht mehr zu. Dann halt auf dem HW3, der sich hier übrigens vom Neckarweg nach links weg verabschiedete.






Der Neckarweg ging vor dem Schloss nach rechts und es ging dabei sehr viele Treppenstufen runter zum Neckar. Das war zum Laufen nicht so angenehm. Es ging direkt auf die Neckarbrücke und an der Neckarinsel links runter. Es folgte ein schöner Weg am Neckar entlang durch den Park. An dem Tag war es hier aber auch sehr matschig. Der Neckar war leider alles andere als blau. Dennoch war die Kulisse der Altstadt und die Blicke auf das Schloss beeindruckend. Ein Wegweiser zeiget dann an, dass es nach rechts noch 300 m bis zum Bahnhof sind. Es ging dorthin immer geradeaus und der Bahnhof war nicht zu verfehlen. Nach 15,63 km mit 338 Hm hatte ich den Vorplatz erreicht und erzielte endlich auch mal wieder eine ordentliche Pace. Auch dieser Abschnitt des Neckarwegs hatte mich sehr positiv überrascht und wies einige Highlights auf.








Ich war recht pünktlich am Bahnhof und es ging zunächst mit dem MEX12 nach Plochingen. Leider wie beim letzten Mal, fuhr der RE5 beim Ausstiegen weg. Na toll, das bedeutet 1 Stunde Wartezeit. Die Alternative vom letzten Mal, zurück nach Wendlingen und von dort nach Ulm, war wegen einer aktuellen Sperrung nicht möglich. Dann fuhr einige Minuten später der MEX16 nach Ulm. Es war total überfüllt, aber an der nächsten Station konnte ich einen Sitzplatz ergattern. Dann in Ulm mit Verspätung, aber gerade noch so, um den RE3 zu erwischen, der direkt gegenüber stand. Ich hätte mich aber nicht beeilen müssen, denn es fehlte noch Personal und so gab es 24 Minuten Verzögerung. Anstatt nach knapp über 2 Stunden war ich nach ziemlich exakt 3 Stunden in Biberach und hätte den Bus auch verpasst. An dem Tag aber zum Glück mit dem Auto zum Bahnhof. An sich kann ich ja solche Unternehmen nur mit dem ÖPNV unternehmen, aber so kann dies ganz schön nerven, zumal der Nachtdienst anstand. Ich nehme aber das wunderschöne Lauferlebnis als Erinnerung an dem Tag mit.

Die Strecke: