Nach gut 3 Monaten ging es endlich auf dem Neckarweg weiter. Dabei hatte ich den Lauf bewusst auf den Spätsommer verschoben. Es standen die Etappen 23 und 24 von Heilbronn über Neckarsulm nach Bad Wimpfen an. Ich hatte keinen großen Spielraum, was den Tag anbelangt. Diesmal war der Montag nach dem Nachtdienst auf Sonntag der einzige ganz freie Tag und das Wetter musste mitspielen. Dies war der Fall und nach Heilbronn auch kein Ersatzverkehr ehr, wie noch letzte Woche. Also früh raus und dann mit dem RE5 nach Stuttgart, dort mit der S4 nach Ludwigshafen und schließlich mit dem RE8 (mal ein nagelneuer Zug) nach Heilbronn. Durch die etwas längeren Zeiten beim Umstieg kein Stress, aber auch knapp über 3 Stunden unterwegs. Erst ab Dienstag gibt es wieder die etwas bessere Verbindung. Die Ankunft wäre sogar pünktlich gewesen, hätte man nicht an der Einfahrt in den Bahnhof warten müssen. Da hatte ich zu früh ein Lob ausgesprochen. Hätte ich gewusst, was mich an Verzögerungen noch erwartet, wären diese 3 Minuten lächerlich gewesen. In Ludwigsburg hatte es noch etwas genieselt, aber nun war es bei 17° C zwar strak bewölkt, aber trocken. Es war wieder eine Strecke, die für mich total neu war und ich freute mich vor allem auf das Ziel: Bad Wimpfen.

Die 23. Etappe führt von Heilbronn nach Neckarsulm. Es ging direkt vor dem Bahnhof los. Anfangs noch an stark befahrenen Straßen entlang, aber nach knapp einem Kilometer ging es nach der Neckarüberquerung durch die Fußgängerzone. Es ist von der Altstadt nach dem 2. Weltkrieg ja nicht mehr viel übrig, aber zumindest das Alte Rathaus und der Hafenmarktturm waren interessant. Danach ging es in den Alten Friedhof, der nun ein Park ist. Die Markierungen waren auf den ersten beiden Kilometern schon spärlich und manchmal etwas ungünstig angebracht. Dies sollte sich leider fortsetzen. Noch ging es ein gutes Stück durch Wohngebiete und so langsam steig es an.









Es ging jetzt in die Weinberge. Dabei anfangs durch eine schöne, gepflasterte, Hohlgasse. Danach stieg es in den Weinbergen immer mehr an auf den Wartberg. Ich nahm dabei am Ende den direkten Weg über die steilen Treppen hoch zum Wartbergturm, der nicht direkt an der Strecke liegt. Da stad dann ein Schild, dass er von 11 - 18 Uhr geöffnet ist. Mist! Es war erst 10:40 Uhr. Aber ich hatte Glück und der Turm war offen und die Aussicht über Heilbronn und die Weinberge herrlich. Allerdings hatte man auch zuvor bereits eine schöne Aussicht. Danach fiel die Orientierung etwas schwer, aber ich musste wieder ein Stück zum Ausgangspunkt zurück, um zum Hochbehälter des Wasserwerkes zu gelangen. Dort gab e seinen interessanten Wasserspender.











Es ging jetzt zwangsläufig wieder runter und dabei auf asphaltierten Wegen. Die Markierungen waren auch hier nicht immer optimal und es war schon nervig oft anzuhalten und im Wanderführer nachzulesen. Es ging bis zur Kreisstraße und nach dem Überqueren an einem Weingut vorbei. Ab dort dann der nächste Aufstieg in den Weinbergen auf den Stiftsberg. Es ging nicht ganz nach oben und nun wieder mit weiteren Orientierungsproblemen die Weinberge runter an den Rand des Gewerbegebiets von Neckarsulm. Dort dann der Blick auf eines der nächsten Ziele: den Scheuerberg. Endlich war es wieder besser markiert und der Weg führte nun zu dem kleinen Neckarzufluss Sulm und endlich mal schattig durch einen Park. Es war nun nur noch leicht bewölkt und doch schon recht warm. Wegen dem Fluss Sulm übrigens Neckar-Sulm und nicht etwas Neckars-Ukm. Am Albert-Schweitzer-Gymnasium hatte ich das Ziel der ersten Etappe erreicht und schon rund 3 km mehr auf der Uhr. Meinen Zeitplan hatte ich wegen der vielen Unterbrechungen eh schon über den Haufen geworfen.







Die 24. Etappe führt von Neckarsulm über Bad Friedrichhall nach Bad Wimpfen. Dabei ging es recht schnell aus der Stadt raus und am Rand eines Wohngebietes schon mal etwas steiler hoch. Es folgte über die Felder ein grob gepflasterter Weg. Dabei schaute ich auch mal zurück auf Neckarsulm. Der Anstieg auf den Scheuerberg war in der prallen Sonne hart, zumal es auf der doch kurzen Strecke gleich 150 Hm zu überwinden galt. Dafür war der Ausblick von dort oben fantastisch und hat meine Erwartungen noch übertroffen. Da war es nach knapp 16 km auch mal Zeit für eine kurze Trinkpause.












Es ging noch ein Stück über die Bergkuppe weiter und dabei erneut schöne Aussichten. Dann ging es scharf nach links weg und erstmals an dem Tag über einen Pfad. Dieser führte teils recht steil durch den Wald runter auf einen Forstweg. Es war zum Glück überall trocken und so gut zu laufen. Auf einem Forstweg ging es nun am Abenteuerspielplatz Schweinshag vorbei und durch den schönen Laubwald. An einer Forsthütte dann links und gleich darauf wieder links. Hier folgte auf einem Pfad ein schöner Downhill. Wieder auf einem Forstweg gab es nach rechts eine Markierung (nur blauer Punkt und nicht die vom Neckarweg, wobei de parallel verlaufen). Wo die nächste Markierung war, ist mir ein Rätsel. Also den Forstweg weiter und wieder bergauf und festgestellt, dass es falsch war. Dann in einer großen Schleife erst durch Obstbauwiesen und dann an der viel befahrenen Hauptstraße entlang auf einem gekiesten Wirtschaftsweg und endlich in Amorbach. Dort aber wieder eine schlecht platzierte Markierung und nochmals etwas mehr runter und wieder zurück. Dann endlich in dem Teilort von Neckarsulm und hier passte es wieder und nach dem Wohngebiet endlich wieder im Wald auf schönen Wegen und am Krankenhaus vorbei.









Der schattige Wald endete nun aber und es ging über offene Felder auf einem asphaltierten Sträßchen. An einigen Bauernhöfen entlang ging es dann erstmal wieder runter. Es folgte am Beginn von Kochendorf, das zu Bad Friedrichshall gehört, ein kurzer, aber heftiger Anstieg im Wohngebiet. So langsam wurde es sehr zäh und ich musste ab und zu Gehpausen machen. Das Thermometer kletterte allerdings auch schon auf die 30° C-Marke z, die schließlich auch erreicht wurde. Endlich oben zog es sich noch durch eine Siedlung. Dann erreichte ich das Greckenschloss und war von der oberen Seite kommend erst mal etwas enttäuscht. Es ging einige Treppen runter und von unten war es dann doch eindrucksvoll. In Kochendorf ging es noch weiter runter und das Alte Rathaus war ein beeindruckendes Fachwerkgebäude. Nun die Mühlenstraße runter und an einem Brunnen nochmals eine Pause.






Es sollte auf den letzten Kilometern der härteste Abschnitt folgen, obwohl es nun fast nur noch flach verlief. Der Weg führte zunächst aus Kochenfeld hinaus und durch eine Unterführung und danach ging es über die Kocherbrücke. Dahinter war dann recht schnell Jagstfeld erreicht, der andere größere Teilort von Bad Friedrichshall. Dort wäre es am Kocher entlang auf einem schattigen breiten Pfad weitergegangen, Es gab dort aber leider eine Sperrung und eine Umleitung die durch ein Gewerbegebiet führte. Nochmals mehr Strecke, mehr Sonne und ich war doch ganz schön fertig. Endlich war ich wieder auf dem Neckarweg und noch etwas Schatten, bevor es wieder an den Rand von Jagstfeld ging und Bad Wimpfen mit 2,4 km angeschrieben war. Nach links führte der Weg zu einer Treppe. War dieser Anstieg hart! Oben dann scharf nach rechts und auf dem Fuß- und Radweg neben der Bahnlinie über die Neckarbrücke. Der Blick über den Neckar auf Jagstfeld entschädigte wieder mal für die Mühen. Danach ging es auf einem schönen Pfad direkt am Neckar entlang. Dies war eine schöne Abwechslung. Das letzte Stück aber wieder auf dem Radweg und der war stark befahren. Die Sonne brannte und die Beine wollten nicht mehr richtig. Die letzten 7 Kilometer bin ich mehr gewandert. Es ging an der Kirche St. Peter vorbei und nun zeiget sich im Hintergrund die beeindruckende Silhouette von Bad Wimpfen mit den markenten Türmen (Roter und Blauer Turm) hoch über dem Neckar. Dort ging es zum Bahnhof nochmals kräftig die Alte Steige hoch. Dann war ich am eigentlichen Ziel der Etappe.











Ich hatte noch eine knappe Stunde zur Verfügung, nachdem ich meinen Plan änderte und eine Besichtigung der Altstadt von Bad Wimpfen musste sein. Da ging es noch rund 300 m hoch und das recht steil und auch einige Stufen. Das war nochmals ein Kampf! Auf dem Weg aber bereits schöne Aussichten ins Neckartal und die Altstadt wirklich faszinierend. Es gibt oft enge Gassen mit schönen Fachwerkhäusern. Bekannt ist vor allem die Kaiserpfalz, die bis auf die Staufer zurückgeht und die größte erhaltene nördlich der Alpen ist. Da traf ich wie bei vielen anderen Läufen auf eine der Stauferstelen. In einem kleinen Laden konnte ich Getränke für die Rückfahrt einkaufen, aber ein kühles Weizen wäre was gewesen. Da fiel mir ein,, dass montags fast alles zu hat und so war es auch. Dann fand ich noch eine Gaststätte mit Biergarten (laut Werbung mit dem schönsten in Bad Wimpfen). Es war dort tatsächlich unter Bäumen herrlich schattig und das alkoholfreie Weizen baute mich auf. Die Stadt ist auf alle Fälle eine Besichtigung wert und vielleicht schau ich bei der Fortsetzung ja nochmals kurz hoch. Es folgen nun die 9 Etappen des Neckarsteigs bis Heidelberg. Als Premiumwege dürften sie besser ausgeschildert sein und landschaftlich nochmals was ganz Neues auf diesem Weg. Insgesamt waren es an dem Tag 32,77 km mit 621 Hm und die Zeit von 4:11.30 h noch in Ordnung, angesichts der letzten 7 km, die ich eher gewandert bin.













Mit einem letzten Blick über die Altstadt ging es zur Haltestelle Kelter. Das war der bessere Ausgangspunkt für die Rückfahrt als der Bahnhof. Noch hatte ich und 15 Minuten Zeit und dachte an die zurückliegende Strecke: es war viel Asphalt und fast kein Schatten. Dazu die teils doch dürftige Ausschilderung und die dumme Umleitung. Am Ende zählen aber die schönen Momente und auch da boten diese zwei Etappen oft überraschend schönes und oft waren es die kleinen Details. Der Bus kam pünktlich und in Heilbronn hatte ich genügend Zeit für den Umstieg auf den MEX12. In dem konnte ich bis Wendlingen sitzen bleiben. Dort kann der Umstieg auf den RE200 nach Ulm schon mal eng werden. Es reichte aber gut und dann in Ulm schon mal im bereitgestellten RE3 und tatsächlich pünktlich in Biberach. Da spielte an dem Tag auch der ÖPNV mit. Ich hatte mich während der doch rund 3 1/2 Stunden dauernden Rückfahrt auch wieder recht gut erholt.
Die Strecke: