Nach dem langen Wettkampf am Samstag und dem langen Trailtraining am Sonntag hatte ich mich trotz dem anstehenden Wettkampf am Mittwoch dazu entschlossen, heute nochmal ein langes Training zu absolvieren. Dafür gab es genügend Gründe: es ist die wohl letzte Gelegenheit für ein langes Training in diesem Monat, dann hatte ich noch Urlaub und der sollte genutzt werden und das Wetter passte auch optimal. Ich hatte mich für den HW5 entschieden und dabei die 11. Etappe und einen großen Teil der 12. Etappe. Diese würde bis Uttenweiler führen, aber das wäre dann viel zu lange gewesen. Da gab es in Möhringen am Fuße des Bussen eine gute Ausstiegsgelegenheit. Ich fuhr heute ausschließlich mit dem Bus. Dazu zunächst nach Riedlingen zum Bahnhof und dann fuhr die Linie 265 pünktlich los. Allerdings keine Direktverbindung und durch eine Umleitung wurde es eng, aber ich bekam in Zwiefalten den Anschluss und kam pünktlich nach Indelfingen. Auf dem Weg dorthin hatte sich der Nebel immer mehr gelichtet und es hatte um 8:30 Uhr noch frische 9° C, aber optimal zum Laufen. Dann halt mit dem Langarmshirt. Diesmal meine leichten Trailschuhe und mit denen passte es einfach super.

Es stand nun die 11. Etappe von Indelhausen nach Obermarchtal an und die hatte gut 15 km. Es ging zunächst knapp 300 m von der Bushaltestelle bis zum Startpunkt am Rathaus, direkt an der Lauter. Die Strecke war mir bis zum Biosphärenzentrum am Wolfstal bestens bekannt. Das machte es schon mal entspannter. Auf der anderen Seite der Lauter ein schöner Weg nach Anhausen. Dort nur kurz durch eine Siedlung und danach ein kleiner Anstieg und am Ortsrand entlang mit schönem Blick auf die kleine Gemeinde. Danach führte nach rechts ein geschotterter Weg zum Wanderparkplatz Anhausen. Dort ging es nach links über die Lauterbrücke und danach gleich wieder nach rechts und durch das schöne Tal. Dabei vorbei an Höhlen wie die Ochsenlöcher, den Schwarzlochfelsen und das Heuscheuerle. Dort ging der Weg auf einen Wiesenpfad über. Es ging zum kleinen Wasserfall Hoher Gießel, dessen Rauschen schon von Weitem zu hören war. Ein Feldweg und dann ein Pfad führten weiter an der Lauter entlang.














Es ging jetzt links weg und auf einem steilen Pfad hoch. Dies war der längste und steilste Anstieg des Tages. Dabei hatte der felsige Weg durchaus einen alpinen Charakter. Es ging am Gemsfels vorbei und dann auf einem nur noch leicht ansteigenden Pfad zur Ruine Wartstein. Hier trennten sich wieder die Wege des HW2 und des HW5.
Nun folgte ein recht steiler Abstieg an der Ruine entlang und am Ende über viele Wurzeln. Nach links setzte ein Pfad den Weg fort. Dieser ist herrlich zu laufen, wobei es inzwischen durch Bäume die umgestürzt sind ein paar ausgesetzte Stellen gibt. Ein felsiger Pfad mit einigen Stufen führte runter zu den wenigen Mauerresten der Ruine Monsberg. Dann ging es nach links und der Pfad setzte sich noch en gutes Stück fort und kam am Burgplatz der ehemaligen Burg St. Ruprecht vorbei. Anschließend führte der Pfad runter ins Lautertal.






Es ging auf einem fein gekiesten Weg einige hundert Meter weiter und dann rechts weg über den Lautersteg. Auf der anderen Seite ging es in Richtung Unterwilzingen und für ein kurzes Stück war der Untergrund mal Asphalt. Am Rande der kleinen Gemeinde ging es nach links über die Lauterbrücke und dann wieder rechts weg. Links von der Lauter ging es jetzt für längere Zeit durch das Tal, das mal breiter, mal schmäler ist. Immer wieder ist es von Felsen gesäumt und man läuft oft in der Nähe der Lauter. Interessant ist das Schwäbische Aquädukt. Dann ist kurz darauf die Laufenmühle erreicht. Ein Stück weiter befindet sich der Zugang zum Wolfstal und der Weg trifft kurz den HW7, der dann aber nach rechts zum Hochberg geht, so wie auch der Burgenweg. Zuvor wurde die Lauter auf einem Brückchen wieder überquert und das Biosphärenzentrum war erreicht. Dort ist ein richtig schöner Platz eingerichtet und ich sah dort prompt mal vier Leute. Ansonsten war ich in dem sonst so gut frequentierten Tal alleine unterwegs, was ich kaum glauben konnte.












Ab hier war die Strecke für mich bis Obermarchtal Neuland. Es ging auf einem Forstweg am Waldrand leicht ansteigend weiter bis an den Ortsrand von Lauterach. Dort dann links weg die Straße runter und nach rechts auf einen Wiesenweg. Dieser führte zu einem schönen Teich und dem Lauterkanal, der das später kommende Kraftwerk speist. Ein Feldweg führte auf der linken Seite des Kanals weiter und das Tal verengte sich wieder und es war ein herrlicher Abschnitt. Dort begegneten mir zwei Wanderer. Es war die erste und sollte prompt die letzte Begegnung auf dieser langen Strecke sein. Es folgte ein Kraftwerksgebäude, wie ich es so noch nicht kannte. Es war tatsächlich hübsch anzusehen. Am Ende des Tales dann durch die Eisenbahnunterführung und ein Blick auf die Donau. Es ging nach rechts weg und auf einem schattigen Feldweg an der Donau entlang und vorbei an der Lautermündung. Der gekieste Weg ging in einen asphaltierten über und dann ging es auf die freie Flur und da wurde es doch deutlich wärmer, hatte es am Ende immerhin 19° C. Es hatte dafür einen herrlich blauen Himmel und die Türme des Münsters von Obermarchtal waren schon zu sehen, wobei einer leider ein Gerüst hatte. Am Bahnübergang ging es nach links und diesen Abschnitt kannte ich von vielen Läufen bestens. Der Anblick des Münsters oberhalb des Donauwehres ist fantastisch, wobei es diesmal leider etwas wenig Wasser gab. Der Übergang von der Schwäbischen Alb nach Oberschwaben, meiner Heimat, war geschafft.














Nach der Brücke über die Donau ging es bei den ersten Häusern nach links und nach einem kurzen Stück auf einen Pfad. Dieser führte, teils über viele Treppenstufen, hoch zum Kloster. Dort hatte man gleich einen schönen Ausblick auf das Donautal. Anschließend stattete ich dem Münster St. Peter und Paul einen kurzen Besuch ab, was bei dem Namen fast schon Pflicht ist. Es ist auf jeden Fall ein faszinierendes Werk des Oberschwäbischen Barock. Es ging noch ein Stück durch das Klosterareal und an der Pforte war nach knapp 16 km das Ziel der ersten Tagesetappe erreicht.













Die 12. Etappe führt normal von Obermarchtal nach Uttenweiler. Das wären aber nochmals knapp 20 km. Da hatte ich frühzeitig geplant, bis Möhringen zu laufen. Die gut 11 km waren da noch drin. Es lief heute eh richtig gut. Nach links ging es an den Klostermauern vorbei. Dort lief ich schon öfters, da es gute Parkmöglichkeiten gibt. Dann war die Strecke für mich bis gut einen Kilometer vor Möhringen Neuland. Es ging auf einem Asphaltsträßchen über die Felder und dabei eine schöne Aussicht auf Neuburg und die Felsen beim Durchbruch der Lauter. An der Schreykapelle (mit interessanter Historie) ging es nach rechts und so langsam stieg der Weg dann an. Am Waldrand immerhin wieder Schatten und noch ein steilerer Anstieg und der Soldatenfriedhof war erreicht. Er ist interessant angelegt und sollte auf jeden Fall auch zum Nachdenken anregen.










Es ging nun von der ursprünglichen Laufrichtung nach rechts in den Wald und nach 500 m war die urige Tiroler Hütte erreicht. Da hätte man sich auch versorgen können. Das Waldgebiet Buchhau war herrlich ruhig und es ging auf schön zu laufenden Forstwegen hindurch und dann auch mal ab und zu etwas abwärts. Aus dem Wald raus ging es an den Dachswiesen durch eine Senke und dann am Waldrand links ein Stück auf einem Sträßchen weiter. Nach rechts dann auf einen Feldweg, an einer mächtigen Eiche vorbei und dann ein gutes Stück immer mehr ansteigend zwischen Wiesen in Richtung Wald. In dem Waldgebiet Kohlhau war es dann wieder angenehm schattig. Der Weg war auch auf dieser Etappe bestens markiert und ausgeschildert, wie bereits auf der vorherigen. Es ging an einem Wegedreieck nah rechts und etwas abwärts.






Der Waldrand war fast erreicht, dann zeigte ein Wegweiser nach links. Im Wanderführer war hier noch eine kritische Stelle vermerkt, aber hier konnte man nun nicht falsch laufen. Es ging auf einer Waldfuhre nach oben. Diese war ziemlich bewachsen und es war auch recht feucht. So zog es sich etwas,, aber dann folgte ein herrlicher Pfad. Dieser führte an den ehemaligen Schwedenhöhlen vorbei, die in früheren Kriegen Zufluchtsort waren. Leider ist davon praktisch nichts mehr zu sehen. Der Pfad führte runter und dann rechts auf einen Forstweg. Dieser führte aus dem Wald und am Waldrand nach rechts weiter. Ein erstes Mal sah ich auf den Bussen. Dann ging es links ein Stück über offene Flur, bevor ein letzter kleiner Anstieg wieder in den Wald führte. Aus diesem raus war wieder der Bussen, der Heilige Berg Oberschwabens zu sehen und das Tagesziel: Möhringen.












Es war nur noch ein guter Kilometer über einen Feldweg nach Möhringen. Hier traf er HW7 wieder auf den HW5 und führt nun zusammen gute 9 km nach Uttenweiler. Ich fühlte mich noch gut und dann entdeckte ich am Ortsbeginn einen Eisverkaufsstand und es gab Zitroneneis. Das ließ ich mir nicht nehmen. Noch rund 400 m ging es durch den Ort und zur Haltestelle Rathaus. Diese lag direkt am Weg. Nach 27,62 km mit 433 Hm war ich dort und es war wieder eine herrliche Tour und er HW5 ist bisher einfach fantastisch. Die 11. Etappe ein absolutes Highlight, aber auch die anschließende Strecke durch herrliche Ruhe im Wald und kleine Details richtig schön.


Ich war gut in der Zeit, hatte mich erholt und pünktlich um 13:15 Uhr das Eis gegessen, doch dann kam der Bus nicht. Von Schülerinnen hatte ich erfahren, dass der Plan geändert wurde. Leider nicht in der DB App und auch nicht am Aushang an der Haltestelle. 12 Minuten später kam dann der Bus der Linie 381 und es war eine nette Unterhaltung mit dem Busfahrer und er ließ mich zudem an der Haltestelle Eichenau raus und ich schaffte prompt noch den geplanten Umstieg auf den X380 zum Bahnhof. Das war ein gelungenes Ende. Danach hatte ich mich super erholt und sogar viel besser als am Monat gefühlt.
Die Strecke: