Freitag, 10. April 2026

AlbschäferWeg vom 02.07.2024 bis 06.04.2026

Meine Trainingsläufe auf dem Fern- und Rundwanderweg Albschäferweg im Landkreis Heidenheim hatte ich am 02.07.2024 an meinem Geburtstag begonnen. Da hatte ich noch nicht geahnt, wie fasziniert ich am Ende von diesem Weg sein würde. Für mich waren da die Anreisemöglichkeiten über Ulm auch richtig gut und auch die Busverbindungen sollten vor Ort auch an Wochenenden passen, wobei ich ja meist unter der Woche unterwegs bin. Der Weg ist in insgesamt 10 Etappen eingeteilt und ich hatte mir ursprünglich 5 Tage vorgenommen, es sollte aber etwas anders kommen. 


Wie anfangs erwähnt, erfolgte er erste Teil an meinem Geburtstag, am 02.07.2024. Es standen an dem Tag die ersten beiden Etappen von Giengen an der Brenz nach Anhausen bzw. Herbrechtingen an. Nach der Ankunft am Bahnhof in Giengen an der Brenz hatte es 13° C und es war leicht bewölkt. Das waren tolle Bedingungen. Es ging zur Spitalkirche, wo an der Brenzbrücke der eigentliche Startpunkt ist. Von dort gleich hoch auf den Bruckersberg und mit schöner Aussicht über die Felder. Mit einigem aus und ab ging es nun teils über Heideflächen und auf Pfaden durch den Wald auf den Schlossberg mit der Ruine Güssenburg. Es ging von dort runter an die Brenz, die auf diesem Abschnitt renaturiert wurde. Nach einem Anstieg dann durch Bergenweiler mit Aussicht auf das Schloss Brenz und Sontheim. Als ich oberhalb von Sontheim im Wald war, zogen immer dunklere Wolken auf. Da überlegte ich kurz, nur bis Stetten ob Lontal zulaufen. Auf dem Weg durch den Wald änderte sich die Situation und so ging es von Stetten weiter auf die zweite Etappe. Nach einem kurzen Besuch der Kirche mit der Schwarzen Madonna folgten schöne Waldpfade und die Durchquerung des Lonetals. Von dem geschichtsträchtigen Tal folgte im Wald der Anstieg zur Ruine Kaltenburg. Es war dorthin nur ein kleiner Abstecher bzw. eine kleine Schleife. Danach im Wald oberhalb der Charlottenhöhle entlang und in Hürben vom Sportgelände, wo ich etliche Male beim Höhlenbärenlauf am Start war, in den Wald. Nach einem kurzen Abschnitt über die Felder, führten Forstwege zur Domäne Falkenstein mit einem fantastischen Blick ins Eselsburger Tal. Auf Pfaden durch den Wald ging es runter zum ehemaligen Kloster Anhausen, dem Ziel der 2. Etappe. Von dort dann noch rund 2,5 km zum Bahnhof Herbrechtingen. Das waren schon mal 33,50 km mit 541 Hm. 
















Es dauerte exakt ein Jahr, bis es für mich am 02.07.2025 und damit erneut am Geburtstag, weiterging. Ich wollte von Anhausen bzw. Herbrechtingen nach Steinheim am Albuch laufen, also die 3. und 4. Etappe. Es hatte diesmal bereits morgens um 9 Uhr beim Start 22° C und am Ende ging es Richtung 30° C und dazu noch recht schwül. Da war es am Ende in Ordnung, dass ich nur bis Gerstetten lief. Es war eine sehr naturnahe Etappe und nach einigem auf und ab durch Wälder und über Wiesenwege und Felder ging es in Heldenfingen nur einmal durch einen Ort. Dort gab es das Heldenfinger Kliff mit Ablagerungen / Funden vom Urmeer. Im weiteren Verlauf ging es dann meist über offenes Gelände und u. a. durch das Hungerbrunnental. Die Waldabschnitte sorgten für etwas Abkühlung. Nach Gerstetten gab es nochmals einen Anstieg und ich lief dann von den Eglenseen den ersten Abschnitt der nächsten Etappe bis zum markanten Wasserturm über die Felder. Direkt am Wasserturm befindet sich eine Bushaltestelle und so war dies der perfekte Punkt die Etappe nach 22,91 km und 344 Hm zu beenden. 







Der 3. Teil folgte dann deutlich schneller und Anfang 2026 sollte es dann jeden Monat ein Lauf auf diesem Weg werden. Am 16.01.2026 wollte ich von Gerstetten nach Zang laufen. Es sollte jedoch anders kommen. Es hatte im Januar doch ordentlich Schnee und so auch an diesem Tag. Dafür bei 3° C sogar Sonne pur. Aus Gerstetten raus ging es recht schnell in den Wald und dabei im Wechsel auf Forstwegen (oft vereist) und tollen, schneebedeckten Pfaden. Leider auf einem Abschnitt durch Holzfällarbeiten kaum ein Vorankommen. Die vierte Etappe führt ja nach Steinheim am Albuch und es ging durch ei Tal und aus dem Wald raus über die Felder an Küpfendorf vorbei. Von dort dann runter in das Stubental nach Sontheim. Dort wartete der ordentliche Anstieg auf den Burgstall, dies vor allem, da es teils vereist war. Meine Hoffnung, dass es auf der sonnenzugewandten Seite beim Abstieg besser ist, erfüllte sich zum Glück. Aber zunächst konnte ich noch die traumhafte Aussicht genießen. Es ging über eine Heide hoch  über eine Heide zum Knillwäldchen und danach wieder runter ins Tal. Auf der anderen Seite nochmals ein heftiger Anstieg zur Schäfhalde. Dort oben folgte ein leicht welliger Weg und der durch die Verhältnisse doch anspruchsvolle Downhill in Richtung Schafhof Steinheim. Ich lief nicht mehr ganz bis dorthin, sondern direkt nach Steinheim und ließ es bei den schwierigen Verhältnissen gut sein. Es waren aber tolle 19,53 km mit 351 Hm. 












Bereits am 05.02.2026 ging es mit dem 4. Teil von Steinheim am Albuch nach Heidenheim weiter. Die Vorhersage prophezeite sonniges Wetter. Als ich in Steinheim im Gewerbegebiet zum Schafhof startete war es aber bedeckt und teils neblig bei nur 0° C. Dies sollte sich auch erst nach rund 15 km ändern. Danach kam dann aber die Sonne raus und es wurde herrlich. Nach dem Schafhof folgte schnell ein steiler Anstieg im tiefen Schnee. Am Ende sollten es rund 30 km nur auf Schnee sein, wobei es kaum mal vereist war und somit schön zu laufen. Es ging dann meist auf Pfaden wellig weiter und auf den Zanger Berg. Es ging ein Stück über offene Felder und dann hinunter ins Doschental. Der Weg führte von diesem in das Wental, das mehrere Kilometer durchquert wurde und dabei gab es tolle Felsformationen, wie z. B. das Wentalweible. Es schloss sich noch der Weg durch das Felsenmeer an, bevor es im Wald auf Forstwegen wieder anstieg und anaschließend am Waldrand nach Zang ging. Dort endete am Waldparkplatz die 5. Etappe und diesmal schloss sich die 6. gleich noch an. Es ging zunächst zwischen der Siedlung und dem Waldrand weiter. Danach auf Forstwegen und Pfaden zur Waldsiedlung in Königsbronn. Dort einer der wenigen Abschnitte auf Asphalt, bevor es über Felder und Wiesenwege in den Wald runter und zur Ruine Herwartstein ging. Es gibt zwar kaum Reste, aber dafür einen um so schöneren Blick auf Königsbronn und ins Brenztal. Da lohnte der minimale Abstecher von wenigen Hundert Metern. Durch den Wald ging es danach erst hoch und anschließend runter nach Königsbronn an den Itzelberger See. Am See entlang und danach weiter rechts hoch ging es wieder in die Natur . Es folgten nun immer wieder Anstiege und Downhills auf guten Wegen und nach rund 30 km der härteste Abschnitt des Tages. Im tiefen Schnee knapp 1 km leicht ansteigend hoch. Da war der anschließende Weg auf Forstwegen und Pfaden durch den Wald eine Wohltat und ich erreichte beim Naturfreundehaus Hahnenschnabel das Ziel der Etappe. Es waren von dort noch 1,5 km zum Bahnhof in Heidenheim, wobei der anfängliche Pfad vereist war und nochmals eine Herausforderung. Nach 34,85 km und 656 Hm war ich am Ziel. 












Den 5. Teil nahm ich am 22.03.2026 in Angriff. Es ging auf den Etappen 7 und 8 von Heidenheim über Nattheim nach Neresheim. Nach zwei Läufen im Sommer und zwei im Winter bei auch winterlichen Bedingungen, war es diesmal nicht nur vom Datum her Frühling. Es hatte beim Start 10°  und nur leichte Bewölkung. Da war der Weg hoch vom Bahnhof in Heidenheim zum Ausgangspunkt schon angenehmer zu laufen. Anschließend ging es auf Pfaden runter nach Heidenheim und ein Stück an der Brenz entlang, bevor es im Stadtteil Schnaitheim über eine schöne Heide auf den Moldenberg ging. Dort oben folgten Pfade, Waldfuhren und Forstwege im Wechsel und immer etwas hügelig. Dies setzte sich bis oberhalb der Ramensteinhöhle fort. Der steile Abstieg ist auch bei trockenen Verhältnissen nicht zu unterschätzen. Ich machte einen kurzen Abstecher zur Höhle und danach ging es auf schönen Pfaden durch das Zimmertle-Tal an den Rand von Nattheim zum Schafhof. Die nächste Etappe begann über offenes Gelände mit einem doch heftigen Wind. Da war es im Wald gleich wieder angenehmer. Aus dem Wald raus ging es auf Feldwegen oberhalb von Fleinheim weiter und zur Zettelhalde hoch. Nach links folgte ein langer Abschnitt im Tal über eine Heide und ein weiterer Anstieg im Wald bis oberhalb von Auernheim. Auf einem Pfad ging es nach einem weiteren Waldabschnitt runter zum Panoramaweg und der Name war Programm. Mit Blick über das Härtsfeld und vor allem auf das Kloster Neresheim ging es weiter. Es folgte noch ein Wisent-Gehege und anschließend der Weg nach Neresheim zum Bahnhof am Stadtrand. Dort wäre das Ziel gewesen, aber ich wollte noch die 600 m mit dem ordentlichen Anstieg zum Kloster mitnehmen. Der nächste Abschnitt würde auch so lang werden und zudem gab es neben dem Koster am Parkplatz gleich eine Bushaltestelle. Die Kirche im Barockstil ist durchaus faszinierend und es war ein krasser Gegensatz zur sonst extrem naturnahen Etappe. Es waren an dem Tag 26,40 km mit immerhin 591 Hm. 



















Am Montag, den 06.04.2026, also am Ostermontag stand das Finale an. Es ging vom Kloster Neresheim nach Giengen an der Brenz. Das waren die beiden letzten Etappen und nochmals eine ordentliche Strecke. Mit 12° C und leichter Bewölkung war das Wetter super. Es ging vom Kloster aus schnell auf tolle Waldpfade und anschließend über Felder mit schöner Aussicht nach Katzenstein. Dort war die Stauferburg Katzenstein richtig faszinierend. Nach der Burg noch im Ort ein Stück hoch und über Felder zum Wald, ging es dort auf Pfaden und später am Waldrand runter zum schönen Härtsfeldsee. Es schlossen sich rund 2 km auf Wiesenpfaden entlang der Egau nach Dischingen an, wo ich der schönen Barockkirche St. Johann Baptist einen kurzen Abstecher widmete. Es ging dann noch immer flach im Tal der Egau weiter, bevor es im Wald Richtung Ballmertshofen leicht anstieg und die 9. Etappe in die 10. überging. Noch eine ganze Weile ging es auf Pfaden und Forstwegen rauf und runter, bevor ich an der Kapelle Maria Steinbrunn mit schöner Aussicht war. Nachdem es runter ging nach Zöschingen folgte der nächste längere Abschnitt im Wald und dabei wieder überwiegend ansteigend. In der Lichtung Dotnhäule ging es am Waldrand abwärts, bevor es nach rechts weg ging und hoch in Richtung Oggenhausen. Mit Blick auf diesen Heidenheimer Teilort ging es noch einmal in ein Waldstück, bevor es längere Zeit und inzwischen bei 17° C doch recht warmen Bedingungen über die Felder ging. Auf schönen Pfaden dann runter ins Hölltal und auf der Heidelandschaft dort sanft ansteigend auf den Schießberg bei Giengen an der Brenz. Ich konnte dort noch die eine oder andere Aussicht genießen, bevor es in die Stadt runter und über den Marktplatz zur Stiftskirche ging und ich den Rund- / Fernwanderweg beendet hatte. Das letzte kurze Stück waren noch die rund 600 m zum Bahnhof und an dem Tag mit 35,55 km das längste Teilstück und dabei 556 Hm. 























Der Albschäferweg war auf jeden Fall einer der bisher interessantesten Fernwanderwege die ich zu Trainingszwecken zurücklegte. Der Wegeverlauf war absolut naturnah und es waren doch mehr Pfade dabei, als ich anfangs dachte. Dabei war bisher selten ein Weg so gut ausgeschildert und markiert, wobei das blau-weiße Symbol ja auch sehr markant ist. Ich werde sicher Tele davon nochmal laufen und auch die eine oder andere der 10 dazugehörigen Zeitspuren. Eine gute Hilfe bei der Vorbereitung und Inspiration war dabei der Wanderführer "Der Albschäferweg und seine Zeitspuren" von Susi Reiser. In diesem erfährt man auch einiges über die Geschichte und anderes Interessantes rund um den Weg. Am Ende standen 172,74 km mit 3039 Hm zu Buche.