Nach nur sechs Tagen gab es für mich den nächsten Lauf auf diesem Fernwanderweg. Eigentlich hatte ich gestern und heute etwas anderes geplant, aber die Wetteraussichten waren zu unsicher. Da ich aber seit Samstag Urlaub hatte, musste dieser natürlich genutzt werden und am Dienstag spielte das Wetter mit. So entschied ich mich für die nächsten beiden Etappen auf diesem Weg. Es ging wieder um 6:46 Uhr in Biberach los und mit dem RE5 nach Stuttgart. Dieser kam recht pünktlich an und ich ging zügig zum Tief-Bahnhof und erwischte noch eine S-Bahn früher als geplant. Diese fuhren nach Problemen zum Glück gerade wieder im 15-Miuten-Takt. So kam ich trotz einiger Verspätung die sich ansammelte etwas früher um 9:20 Uhr in Weil der Stadt an. Es hatte erst 21° C, was im Vergleich zu den letzten Tagen ging. Allerdings an dem Tag eine Luftfeuchtigkeit um die 80 % und dies sollte sich schnell bemerkbar machen.
Mittwoch, 1. Juli 2026
Hauptwanderweg 5 (HW5) - Schwarzwald-Schwäbische Alb-Allgäu-Weg - Teil 2 - Weil der Stadt - Herrenberg-Mönchberg am 30.06.2026
Die erste Etappe des Tages führte von Weil der Stadt nach Ehningen. Der Weg vom Bahnhof auf den Markplatz in Weil der Stadt ist einfach und im Prinzip rechts weg immer geradeaus. Am Marktplatz musste ich kurz an den schönen Abschluss der vergangenen Etappendenken. Dann ging es geradewegs an der Wendelinskapelle vorbei aus der Stadt raus. Nach Überquerung der B295 und der Bahnlinie ging es links weg und leicht bergauf. Von dem zunächst asphaltierten Wirtschaftsweg noch einen Blick zurück auf Weil der Stadt. Danach ging es am Waldrand entlang und anschließend in den Wald. Dort tendenziell dann nach oben und auf breiten Forstwegen. Es ging durch das Naturschutzgebiet Steckental und dann auf einem Pfad steil bergauf ins Naturschutzgebiet Hackstberg. Alles zwar nicht so spektakulär, aber dafür schattig und totale Ruhe.
Aus dem Wald raus ging es vom Hackstberg auf einem Sträßchen zwischen Kleingärten runter nach Dätzingen. Dort dann am Schloss mit schönem Garte vorbei. Es ging an der Hauptstraße entlang aus dem Ort raus. Da waren die bis dahin erneut vorbildlich vorhandenen Markierungen mehr als spärlich bzw. nicht vorhanden. In einem NETTO-Markt kaufte ich gleich noch was zum Trinken nach, was bei dieser Witterung wichtig war.
Am Ortsende ging es nach rechts weg und nun für ca. 4 km auf einem inzwischen asphaltierten Radweg in Richtung Aidlingen das Würmtal aufwärts. Es ist einerseits schade, dass man nun auf Asphalt laufen muss, dafür konnte ich aber etwas Tempo machen und es passte noch sehr gut. Immer wieder kamen offene Passagen mit Aussicht ins Tal und dann wiederum schattige Abschnitte. In der zu Aidlingen gehörenden Siedlung Würmtal ging es geradeaus durch. Ab hier fand ich dann bis vor Ehningen keine Markierungen mehr vom HW5. Das war ärgerlich und zum Glück war die Beschreibung im Wanderführer gut. Am Ortsende hatte ich allerdings bereits einen guten Umweg absolviert, da ich der einzigen vorhandenen Markierung folgte, die auch zuvor auf meinem Weg vorhanden war.
Es ging über eine Wiese zum Waldrand und durch einen Durchlass auf einen Forstweg. Nach nur gut 100 m dann scharf links weg und eine steile Hohlgasse nach oben auf den Hochberg. Die Gasse ging in einen Forstweg über und bei keiner Abzweigung war eine Markierung vorhanden. So oft konnte ich die gar nicht übersehen. Aus dem Wald raus eröffnete sich am Döffinger Pfad eine schöne Aussicht auf Sindelfingen und Böblingen. Auf dem Sträßchen ging es an den Rand von Ehningen. Dort kam dann eine Tafel mit einem Hinweis auf einen neuen Verlauf des HW5 (ob der zuvor auch bereits anders verlief?). Der Weg führte nun nicht zur Evangelischen Kirche, sondern direkt zum Bahnhof. Von dort dann runter an einen Park auf Höhe der Kirche. Da hatte ich deutlich mehr auf der Uhr stehen als geplant. Es wurde so langsam auch wieder heiß und am Ende sollten es 30° C sein.
Die zweite Etappe des Tages, also die insgesamt vierte, führt von Ehningen nach Mönchberg, das zu Herrenberg gehört. Es ging dabei zunächst am Schloss vorbei. Von dort dann aus dem Ort raus ins Gewerbegebiet und dort links weg unter der A81 durch. Dahinter war schnell der Schönbuch erreicht. Seit dem Ortsbeginn von Ehningen war die Strecke wieder vorbildlich markiert und ausgeschildert und dies sollte auch so bleiben. Der Schönbuch ist seit 1972 als Naturpark ausgewiesen und damit der älteste in Baden-Württemberg. Für mich bedeutete er absolutes Neuland, wie überhaupt bisher die gesamte Strecke seit Pforzheim.
Es ging nun mehrere Kilometer meist bergauf auf breiten Forstwegen durch den Wald. Bei mir wurde es dabei immer zäher. Es war kein Vergleich zu dem Wettkampf von Sonntag. Da war auch immer wieder kurz Gehen angesagt. Dann erreichte ich den sehr schön angelegten Waldspielplatz Rohrau. Die Aussicht war zwar nicht so spektakulär, aber dafür konnte ich bei meiner Rast die Ruhe genießen. Ich nahm hier auch noch eine Salztablette zu mir. Es waren noch knapp 9 km zu absolvieren und eine Hochrechnung ergab, dass ich besser den Bus um 14:55 Uhr anstatt den um 14:25 Uhr anstrebe. So konnte ich in der Folge zwischendurch mehr wandern. Schön, wenn die Taktung der Busse so gut ist.
In der Folge zeigte sich der Schönbuch von seiner schönsten Seite. Es ging nun überwiegend auf Pfaden, die schön zu laufen waren, über die Rohrauer Köpfe. Der Jägerweg war besonders schön. Nach einem Abschnitt auf Forstwegen dann rechts weg in eine Klinge. Ein erneut wunderschöner Abschnitt führte auf Pfaden zum Kalten Brunnen. Dort wollte ich mich eigentlich erfrischen. Leider war der ganze Bereich eingezäunt. Es ging nochmals steil hoch und dann über eine Lichtung weiter aufwärts auf en Stellberg mit dem markanten Schönbuchturm, der 2018 mit einer Höhe von 35 m erreichtet wurde. Ich musste mich hochkämpfen und so beließ ich es bei der ersten von drei Ebenen. Auch so war die Aussicht wunderschön.
Es ging auf einem Weg, teils über Stufen, runter zum Parkplatz beim Naturfreundehaus und über den Parkplatz beim Waldfriedhof wieder in den Wald. Dort auf schönen, und nun meist flachen, Wegen weiter. Dann eröffnete sich am Kapfer Horn eine wunderschöne Aussicht in die Umgebung. Es war einer dieser Wow-Effekte, die einen solchen Lauf prägen. Da war nun schon das Ziel Mönchberg zum Greifen nahe. Es ging teils auf Asphalt, teils auf gekiesten Wegen, mit immer wieder schöner Aussicht oberhalb von Obstbaumwiesen zur Köhlereiche. Dort gab es eine schöne Sitzgruppe und ich genoss nochmals die Aussicht. Es ging noch einmal etwas aufwärts und dann auf dem seinen Namen absolut verdienenden Panoramaweg Mönchberg weiter. Nach links dann nochmals einige Stufen hoch, bevor ich den Wanderparkplatz "Mönchberger Sattel" erreichte. Es wären bis zum Etappenziel am Schützenhaus noch 600 m gewesen, aber ich fand heraus, dass es von hier etwas kürzer zur Haltestelle war und zudem unkompliziert. So war ich hier am Ende meiner Etappe angekommen.
Es ging noch ca. 1,2 km die Straße runter in die Weingartenstraße und der dortigen Bushaltestelle. Da hatte ich noch 10 Minuten bis zur Abfahrt. Mit dem Bus dann zum Bahnhof Herrenberg. Der RE14a nach Stuttgart kam etwas später und so noch die Möglichkeit, Getränke einzukaufen. In Stuttgart passte es auch super mit dem MEX12 nach Wendlingen und dort pünktlich mit dem RE200 nach Ulm. Dort musste ich dann gut 30 Minuten warten und der RE3 fuhr mit 5 Minuten Verspätung nach Biberach. Da passte der Rückweg optimal. Es waren an dem Tag insgesamt 32,32 km mit 620 Hm. Der HW5 entpuppt sich weiterhin als ein sehr schöner Weg, auch wenn die erste Etappe des Tages nicht so spektakulär war und die fehlenden Markierungen ein Ärgernis. Bei meinem nächsten Abschnitt geht es dann bis auf das Ende in Tübingen-Lustnau ausschließlich durch den Schönbuch.
Die Strecke:
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