Montag, 5. Oktober 2026

Hauptwanderweg 9 (HW9) - Heuberg-Allgäu-Weg - Teil 3 - Stockach - Überlingen am 04.10.2026

An diesem Wochenende hatte ich am Samstag einen langen Wettkampf mit 26,66 km und deshalb kam der Sonntag trotz der einen oder anderen interessanten Veranstaltung nicht für einen Wettkampf in Frage. Da ich aber anstatt Spätdienst Urlaub hatte und das Wetter bestens war, ging es zu einem längeren Trailtraining. Das es am Ende noch viel länger als geplant wurde ahnte ich da natürlich noch nicht. Es sollte wie zu Beginn des letzte Monats auf den HW9 gehen. Diesmal wieder eine Einzeletappe von Stockach nach Überlingen, da diese ohne Hin- und Rückweg von und zu den Bahnhöfen schon 21 km beträgt. Mit dem RE3 ging es zunächst nach Friedrichshafen und dort mit dem anderen RE3 gut 15 Minuten später nach Radolfzell. Dabei eine richtig nette Unterhaltung mit zwei älteren Damen, die froh waren, dass ich ihnen in Friedrichshafen diese schnellere Möglichkeit aufzeigte nach Radolfzell zu kommen. Dort hatte ich rund 20 Minuten Zeit bis die S61 nach Stockach losfuhr. Also schon mal eine Anreise ohne Stress und der Nebel hatte sich inzwischen auch verzogen. Mit einer kleinen Verspätung von 2 Minuten stieg ich um 10:12 Uhr in Radolfzell aus. 


Es hatte noch angenehme 16° C und es war nur leicht bewölkt, also ideale Bedingungen. Ich lief mit den Trailschuhen, auch wenn es mit anderen gegangen wäre, zumal alles trocken war. Die sind aber bequemer und etwas merkte ich an den Füßen den Tag zuvor. Ich war am Ende umso erstaunter, wie gut es am Ende ging und gleich nach dem Start fühlte ich mich richtig gut. Es ging zunächst vom Bahnhof hoch in die Altstadt und dann nach rund 1 km auf den HW9. Damit rechts weg gleich wieder runter. Ich hätte an sich vom Bahnhof gleich unten weiter gekonnt, aber dann hätte einfach dieser Abschnitt gefehlt. Es ging über die Hauptstraße und dann schnell an den Stadtrand. Von dort dann in den Wald, wo es schon mal ordentlich anstieg. Es war aber ein richtig schöner Waldweg im Osterholz. 






Aus dem Wald raus ging es nun über die Felder in den kleinen Ort Airach. Es ging durch den Ort und stieg dann zum Ortsende an. Eine Straußenfarm war ausgeschildert, aber die Vögel ließen sich nirgends sehen. Es ging nun über einen Feldweg bergauf und dort wurde es schon gut warm. Das Thermometer kletterte auf über 20° C. Hier waren auch einige Wanderer unterwegs und es sollten, kein Wunder in dieser Region an einem sonnigen Sonntag, noch viel mehr werden. Dann ging es links weg in den Wald und der Schatten tat gut. Noch stieg es etwas an, bevor es wieder ein Stück runter und dann flach weiterging. So gefühlt stieg es auf den ersten Kilometern immer tendenziell an. Nach dem Waldrand dann rechts runter und auf ein Asphaltsträßchen. Da konnte ich es mal laufen lassen und es ging am Hof Ober-Laubegg vorbei runter nach Unter-Laubegg, einem malerisch gelegenen kleinen Weiler. 






Hinter dem Weiler ging es schnell wieder in den Wald und, wie überraschend, es stieg erneut an. Dann folgte ein offener Abschnitt und es ging am Waldrand durch das Lanzental und dann auf offene Flur. Da waren die paar schattigen Abschnitte wohltuend. Der Feldweg führte nach Bonndorf und rechts auf der Durchfahrtsstraße aus dem Ort hinaus und nach links 200 m auf der Kreisstraße weiter. Da kam aber zum Glück nicht mal ein Auto. Nach links führte ein Feldweg zu einem Hof und dort ein Stück über einen Wiesenweg zum Waldrand. Es ging nach rechts am Waldrand entlang auf einem Wiesenpfad. Das Gras war hier noch nass, aber dafür gab es Schatten. Es ging wieder über die Kreissttraße und ein Feldweg stieg in Richtung Wald an. Nun führten Forstwege meist ansteigend durch das Eisenholz. Aus dem Wald raus waren es noch ca. 500 m bis zum Haldenhof. Da ging es leider nochmals auf der Straße weiter. Allerdings auch da kaum Verkehr, trotz Ausflugswetter und einem gut gefüllten Parkplatz vor der Gaststätte. 





An der Gaststätte ging es rechts vorbei durch den Biergarten. Eine Einkehr hätte gereizt, aber es wäre mir auch zu viel Trubel gewesen. Ich genoss aber die wirklich herrliche Aussicht von dort auf den Bodensee. Damit hatte ich einen ganz neuen Abschnitt dieses Weges erreicht und der Bodensee würde nun viele Kilometer und einige Etappen mein Begleiter sein, wenn zunächst auch nur aus der Ferne und von oben. Nach links ging es wieder in den Wald und über ein paar Stufen und dann auf einem herrlichen Pfad den Sipplinger Berg hoch. Dort gab es immer wieder Aussichtspunkte auf den Bodensee und der Weg war einfach toll, zumal es nun flach weiter ging. Bisher war diese Etappe wirklich herrlich und vor allem bestens markiert und ausgeschildert. Allerdings gab es nun schon viele andere Wanderwege, was manchmal etwas verwirrend sein kein, zumal nicht immer das HW9-Zeichen dabei war. Es ging nun über Treppen runter und durch eine Senke. Den höchsten Punkt der Etappe hatte ich hinter mir gelassen und es sollte nun überwiegend runter gehen. Allerdings kamen doch immer wieder Anstiege dazwischen. 













Es ging aus dem Wald raus und auf einem Feldweg weiter runter. Dieser führte an der Zimmerwiese vorbei. Dort gab es etliche Sitzgelegenheiten und eine herrliche Aussicht auf den Bodensee. Dort machte ich auch eine erste Trinkpause. Es ging frisch gestärkt weiter und der Feldweg führte auf einen Wiesenweg und von dort wieder in den Wald. Nun ging es über einen Pfad und etwas ansteigend wurde ein Forstweg erreicht. Durch Waldarbeiten war ein Schild umgeknickt und die Ausschilderung passte so wie es dalag absolut nicht. Bis dahin war der Weg ja bestens ausgeschildert, aber nun sollte es immer wieder Probleme geben. Es ging dann nach lins anstatt nach rechts und dann von dem Forstweg rechts auf einen Pfad. Dieser führte runter in den Hödinger Tobel. Ein schöner Abschnitt und nach dem Brückchen dann in der Gegenrichtung hoch an den Ortsrand. 











In Hödingen war der Weg zunächst klar markiert. Dann plötzlich keine Markierung mehr. Es war dort ein Dorffest und viel los, aber eine wirklich hilfreiche Auskunft erhielt ich leider nicht und dazu kam, dass es keinen richtigen Handyempfang gab. Schließlich ging es doch in die von mir anfangs eingeschlagene Richtung weiter und im Ort kam ich am Aussichtspunkt Widmer's Bänkle vorbei und genoss kurz die Aussicht auf den Bodensee und auf Sipplingen. Dann aus dem Ort raus etwas hoch und da gab es nur die Markierung eines anderen Weges. Da hätte ich an der Abzweigung wohl geradeaus runter müssen. Da war der Wanderweg aber nicht mit dem Symbol des HW9 versehen. Stattdessen dann links hoch und auf den Höhenweg. Dort konnte ich aber die herrliche Aussicht auf den Bodensee genießen. Auf dem anschließenden Feldweg wurde mir klar, dass es nicht passen kann, aber Überlingen war mit 3 km angeschrieben und so folgte ich dem Weg. Es sollten meine wohl längsten drei Kilometer werden. 








Es ging von dem Asphaltsträßchen rechts auf einen Feldweg und dann geradeaus steil über einen Wiesenpfad runter. Der anschließende asphaltierte Weg führte nach links am Schloss Spetzgart vorbei und dann runter in den Spetzgarter Tobel. Die Aussicht davor und der tolle Pfad durch den Tobel entschädigten für den anderen Weg, der zudem ein Umweg darstellte. Ich musste nämlich unten angekommen nach rechts rund 600 m nach Goldbach laufen. In Goldnach dann keine Spur vom HW9, was eigentlich nicht sein konnte, da er dort durchführt. Also nochmals unten am Bidensee auf der Hauptstraße zurück und rechts in den Ort hoch und da fand ich wieder die Markierung. Es ging wieder nach Goldbach und dort eine schöne Hohlgasse mit Felsen runter. Da war ich im Ort wieder am vorherigen Punkt angelangt. Da der HW9 nicht markiert war, entschloss ich mich dazu, zum See runter zu laufen. 





Es ging nun noch rund 2 km am Bodensee entlang. Dort war zwar einige los, aber dafür war der Wegverlauf klar und die Sicht auf den See einfach herrlich. Allerdings war es nun gut warm und es wurde sehr zäh. Der Untergrund wechselte von feinem Schotter auf Asphalt. Es ging noch en gutes Stück an Therme und Seebad vorbei und an der Promenade zum Ziel der Etappe am Landungsplatz. Dort hatte ich dann fast 26 km. Das war so nicht geplant und nervig war vor allem, dass ich anfangs so gut unterwegs war, dass es für eine frühere Verbindung als geplant gereicht hätte und nun sogar eine Stunde später als ich es höchstens eingeplant hatte. 







Den Landungsplatz kannte ich von vielen Veranstaltungen und den Siegerehrungen. Den Weg zum Bahnhof kannte ich auch gut und es war nicht weit. Ich hatte noch rund 45 Minuten Zeit und so konnte ich zumindest noch etwas die fast schon mediterrane Atmosphäre genießen. Nach dieser Anstrengung schmeckte das alkoholfreie Weizen herrlich und dann ging es durch die sehenswerte Altstadt Richtung Bahnhof. Da gönnte ich mit auf dem Weg noch ein Eis. Ein schöner Abschluss entschädigt halt oft für den vorherigen Ärger. 










Ich hatte nach 26,70 km und 536 Hm endlich den Bahnhof erreicht. Der HW9 hatte sich auf dieser Etappe von seiner schönsten Seite gezeigt, allerdings war es am Ende auch die schlechte Markierung welche etwas prägend war. Nun freue ich mich auf die Fortsetzung am Bodensee entlang auf einer dann sehr langen Etappe. Mal schauen wann es so weit sein wird. Die Rückfahrt mit dem RB31 und dem RE5 war dann völlig entspannt. 


Die Strecke:

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