Dieser 5. Teil war ganz anders als geplant. Ich wollte ursprünglich bereits wieder nach zwei Tagen, am Dienstag, laufen. Da ich am Sonntag aber nach 10 von 26 km mit dem linken Fuß umgeknickt bin, war erst mal Schonung angesagt. Der Fuß wurde richtig dick, aber gestern passte es bei den Gassirunden ganz gut und heute Morgen dann fast normal und vor allem so gut wie kein Schmerz, selbst bei Druck. Deshalb wollte ich endgültig die nächste Etappe in Angriff nehmen. Ich hatte ursprünglich wieder eine Doppeletappe geplant und das wäre mit gut 30 km und knapp 1200 Hm so etwas wie die Königsetappe geworden und hätte von Pfullingen bis Marbach bei Münsingen geführt. Die aktuelle Situation ließ dies jedoch nicht zu und so gab es die 8. Etappe von Pfullingen nach Kleinengstingen mit geplant gut 18 km und rund 800 Hm. Das wäre eh ein Brett und so hatte ich etwas mehr Zeit für diesen wunderschönen Abschnitt, von dem ich nur die ersten 4 und letzten gut 2 km nicht kannte. Es ging mal wieder früh los und mit dem RE5 wollte ich von Biberach nach Plochingen. Es gab aber bereits einige Minuten Verspätung und so nahm ich in Ulm den RE200 nach Wendlingen. Da traf ich noch einen guten Bekannten, der Zugbegleiter ist. Ich hatte nun gut 20 Minuten für den Umstieg. In Reutlingen dann trotz leichter Verspätung auch. Dabei musste ich erst die Haltestelle finden, da es nicht die selbe vom Rückweg am Sonntag war, sondern ums Eck. Der Bus kam dann nur knapp verspätet und ich konnte um 9:19 Uhr am Lindenplatz in Pfullingen aussteigen. Es hatte zum Start 23° C und es war leicht bewölkt. Das ging noch, allerdings war es auch recht schwül.
In Pfullingen war die nahe Kirche eine gute Orientierung. Dort nach rechts an dem schönen Rathausgebäude vorbei ging es noch rund 400 m bis zur Friedrichstraße. Hier war der eigentliche Start der Etappe. Es ging nach links und dann nach zwei Schwenkern die Johannesstraße steil hoch zur Jahnstraße, die nach links zum Stadion führte. Ab hier stieg es dann fast nur noch relativ steil an. An der Landesziegenweide (Sachen gibt es!) vorbei ging es dann überwiegend auf Pfaden im Wald nach oben, oft mit Serpentinen. Ich war bereits erstaunt, wie es auf dem recht flachen ersten Kilometer auf Asphalt lief. Nun hielt der Fuß auch steil bergauf und es fühlte sich erstaunlich gut an, also vor allem der linke Fuß. Der dritte Kilometer hatte dann gleich einen Anstieg von 136 m. Es ging kurz aus dem Wald auf eine Grünfläche: Die Wanne. Von dort war dann auch schon der Schönbergturm zu sehen. Noch ging es nach dem Flachstück aber erneut auf einem Pfad steil nach oben.
Der Schönbergturm hat eine Höhe von 28 m und dabei einen separaten Aufgang und Abgang. Er wird wegen seiner Form im Volksmund als Pfullinger Onderhos (also Unterhose) bezeichnet. Die Stufen hatte ich schnell erklommen, war ich nach gut 4 km trotz der bereits erheblichen Höhenmeter, noch recht frisch. Die Aussicht von dort oben ist auf jeden Fall fantastisch. Am Ende noch der Blick in Richtung der weiteren Laufstrecke. Es ging runter zum Glück auch ohne Probleme bzw. Schmerzen.
Es ging über die Wiese mit dem Grillplatz und dann am Waldrand entlang. Von dort links weg auf einen Forstweg. Nachdem es etwas runter ging, zweigte nach rechts ein Pfad ab. Es ging erst mal etwas bergab und ab hier immer wieder felsige bzw. steinige Passagen. Da war ich noch vorsichtig, da ich den Fuß nicht so belasten konnte. Dann stieg es in Richtung Wackerstein teils ordentlich an. Da begegnete ich auch mal ein paar Wanderer. Der Aussichtspunkt liegt nicht direkt am Weg, aber es sind dorthin lediglich rund 100 m. Dieser Weg lohnt sich absolut! Die Aussicht dort ist spektakulär und ich hatte sie noch von einem Trainingslauf vor ein paar Jahren in Erinnerung. Ich hatte Glück und traf auf eine Gruppe und kam so zu einem Foto von mir. Ein anderer Stichpfad ermöglicht einen tollen Blick auf den gespaltenen Felsen mit dem Gipfelkreuz.
Es ging vom Wackerstein zunächst auf einem recht steinigen Pfad runter. Da musste ich wieder aufpassen. Es ging nun auch immer wieder auf schmalen Passagen zwischen Felsen durch. Dann mal wieder aus dem Wald raus und es ging auf einer Wiesenfuhre über das Naturschutzgebiet Won, Von dort führte ein Feldweg in den Wald und dieser stieg auf einem schmalen Weg noch einmal recht steil an und bis oberhalb des Höhlenhauses an der Nebelhöhle. Ich war genau um 11:00 Uhr dort und lag super im Zeitplan. Die erste realistische Busverbindung gab es erst um 13:55 Uhr und es waren nur noch rund 11 km. Da sich der Fuß noch immer gut anfühlte, sollte es hinten raus passen und ich beschloss, die Höhle kurz zu besichtigen. Der Eintritt kostet 7 €. Ich blieb zwar nicht lange in der kühlen Höhle, aber das reichte um einen Eindruck von der fantastischen Welt unter Tage mit den Tropfsteinen zu gewinnen. Es war dort trotz Ferienzeit auch nicht all zu viel los.
Nach dem kurzen Besuch der Nebelhöhle ging es ein kurzes Stück hoch zum Parkplatz und über diesen hinweg. Danach führte ein breiter Forstweg meist runter und ich konnte es mal wieder etwas laufen lassen. Es ging recht gut. An der Straße dann auf die andere Seite und dort begann ein wunderschöner Pfad. Dieser führte, oft über Wurzeln, an den Albtrauf und dann dort entlang. Dabei ging es meist wieder bergauf und an den Gießstein. Auch dort eine wunderschöne Aussicht. Nun auch erstmals auf das Schloss Lichtenstein über dem Echaztal.
Nach dem Gießstein führte zunächst ein Pfad runter. Im weiteren Verlauf gab es ein auf und ab, dabei meist auf Pfaden und nur an einer Stelle kurz mal außerhalb des Waldes. Am Waldrand konnte beim Anstieg auf das Linsenbühl auf eine schöne und typische Alb-Wiesenlandschaft geblickt werden. Es gab auch immer wieder Aussichtspunkte und nach dem Abstieg vom Linsenbühl nochmals ein wirklich herrlicher Pfad, bevor ein breiterer Forstweg Richtung Kletterpark führte. Dort ging es nach links und nochmals steil hoch und rund 200 m vor dem Schloss lag links das Gasthaus Altes Forsthaus. Ich lag noch immer bestens in der Zeit und so gönnte ich mir bei einer kurzen Einkehr ein alkoholfreies Weizen.
Frisch gestärkt ging es noch die paar Meter hoch zum Schloss Lichtenstein. Nach einer Vorlage des von Wilhelm Hauff verfassten Romans Lichtenstein wurde es von 1840 bis 1842 an der Stelle einer früheren Burg durch Wilhelm Graf von Württemberg erbauen lassen. Ein klein wenig wird derzeit die Ansicht durch das eine oder andere Gerüst getrübt. Es ging auf einem Kiesweg um das Schloss herum und zum Hauff-Denkmal. Man hat von dort erneut eine tolle Aussicht ins Echaztal und auch auf das Schloss.





















































































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